Studium

Studienguide

Meeresbiologie-Studium

Du interessierst dich für den Lebensraum Meer, seine Bewohner und biologischen Zusammenhänge und überlegst, Meeresbiologie zu studieren? Dann bist du hier genau richtig!

Im nachfolgenden Studienguide erhältst du alle wichtigen Informationen zu einem Meeresbiologie-Studium in Deutschland.

Du erfährst alles über die verschiedenen meereswissenschaftlichen Studiengänge, ihren Zugangsvoraussetzungen, den Themen und Inhalten im Studium und welche Vorbereitungen du für ein erfolgreiches Studium treffen solltest. Tauche ein!

Taucherin im Korallenriff
Taucherin im Riff © NEOM via Unsplash
Studienplatz sichern

Zugangsvoraussetzungen

Meeresbiologie ist in Deutschland ein Masterstudiengang, also ein weiterführender Studiengang, und wird ausschließlich an Universitäten angeboten. Daher wird für die Zulassung ein Bachelorabschluss der Biologie oder einer vergleichbaren Naturwissenschaft (Bachelor of Science) benötig.

Die Zugangsvoraussetzungen und Regeln für die Bewerbungen unterscheiden sich je nach Universität ein wenig, können aber grob zusammengefasst werden:

  • die allgemeine Hochschulreife und ein Notendurchschnitt von mindestens 2,5 auf dem Abiturzeugnis für das Biologie-Studium
  • ein Bachelorabschluss der Biologie oder einer vergleichbaren Naturwissenschaft mit einer Abschlussnote von mindestens 2,5
  • ein Nachweis über gute Englischkenntnisse auf C1-Niveau, da Fachliteratur, Vorlesungen oder sogar der gesamte Studiengang auf Englisch erfolgen können (kann mithilfe standardisierter Sprachtest wie IELTS oder TOEFL nachgewiesen werden)
  • ein hohes Verständnis der Naturwissenschaften Biologie, Chemie, Physik und der Mathematik (keine Sorge: im dreijährigen Bachelor lernst du alle interdisziplinären Grundlagen, die du im Masterstudium Meeresbiologie benötigst)
Mathematische Formeln mit Kreide an einer Tafel
Mathematikunterricht © Vitaly Gariev via Unsplash
Das solltest du mitbringen

Deine Chancen erhöhen

Meeresbiologie ist ein beliebter Studiengang und an diversen Universitäten auch für internationale Studierende offen. Da es jährlich meist mehr Bewerbende als Studienplätze gibt, können nicht alle einen begehrten Studienplatz erhalten. Um deine Chancen zu erhöhen, sind hier ein paar Tipps für dich:

Einstiegsmöglichkeiten

Alternativen zum Biologie-Studium

Um zum Masterstudium der Meeresbiologie zugelassen zu werden, benötigst du zunächst einen Bachelor of Science der Biologie, Umweltwissenschaften oder einem vergleichbaren Fach. Je nach Universität kannst du dich auch mit einem speziellen Bachelor mit meereswissenschaftlichem Fokus bewerben.

Allgemein empfiehlt es sich, bei der Auswahl des Bachelorstudiengangs darauf zu achten, welche Universitäten im Laufe des Studiums meeresbiologische Kurse und Schwerpunkte anbieten, da es sich vorteilhaft auf die Bewerbung für das Masterstudium auswirkt. Außerdem gewinnst du bereits einen ersten Einblick in maritime Forschungsthemen.

Hier sind einige Alternativen zum Biologie-Bachelorstudium in Deutschland:

Inhalte im Studium

Biologie-Studium (B. Sc.)

Die Regelstudienzeit des Biologiestudiums beträgt sechs Semester, also drei Jahre, in denen die nötigen Grundlagen verschiedener Disziplinen und des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt werden. Es bildet den Grundstein für dein Meeresbiologie-Studium.

Biologin untersucht eine Probe am Mikroskop
Mikroskopische Untersuchung © Trust Katsande via Unsplash

Was dich im Biologie-Studium erwartet:

  • Grundlagen der Biologie mit Einblick in die Bereiche Botanik, Zoologie, Anthropologie, Evolution, Genetik, Mikrobiologie und Ökologie
  • Einführung in andere Disziplinen wie Mathematik, Physik, Statistik und organische und anorganische Chemie
  • Wahlmodule mit selbst gewähltem Schwerpunkt
  • nach den ersten zwei Semestern mit hohem Theorieanteil steigt der Praxisanteil mit Laborarbeit und Feldexkursionen
  • Betriebspraktikum oder Auslandssemester
  • forschungsorientierte Bachelorarbeit und Kolloquium (Prüfung zur Abschlussarbeit, bestehend aus Vortrag und Verteidigung deiner Abschlussarbeit)
Inhalte im Studium

Meeresbiologie-Studium (M. Sc.)

Nachdem du im Bachelor die nötigen Grundlagen in Theorie und Praxis erlernt hast, kannst du dich auf den Masterstudiengang Meeresbiologie bewerben. Die Studienzeit beträgt in den meisten Fällen vier Semester, also zwei Jahre und ist stark forschungsorientiert.


Da Meeresbiologie in Deutschland kein einheitlicher Studiengang ist, gibt es je nach Universität unterschiedliche Pflicht- und Wahlmodule. Hier ist eine Auswahl an Inhalten, die dich im Studium erwarten können:

Gruppe Meeresbiologen am Strand, die Robbe in die Natur rehabilitieren
Robben-Rehabilitation © NOAA via Unsplash
  • Einführung in die Grundlagen der Meeresbiologie, des Lebensraumes Meer und der regionalen marinen Ökologie
  • Wahlmodule mit selbst gewähltem Schwerpunkt, z.B. marine Zoologie, Phykologie, Meeresmikrobiologie oder marine Biogeochemie
  • hoher Praxisanteil, der etwa 50 % des Studiums ausmacht, mit starkem Fokus auf Laborarbeit und Feldexkursionen (vorrangig zur Nord- und Ostseeküste, je nach Uni auch an das Mittelmeer möglich)
  • eigenständige Forschungsprojekte, ebenfalls mit starkem Fokus auf Laborarbeit
  • Forschungspraktikum im Labor, auf See oder Auslandssemester
  • forschungsorientierte Masterarbeit und Kolloquium (Prüfung zur Abschlussarbeit, bestehend aus Vortrag und Verteidigung deiner Abschlussarbeit)
Inhalte im Studium

Wahl- und Pflichtmodule

Im Meeresbiologie-Studium gibt es je nach Universität und gewähltem Studiengang unterschiedliche Pflichtmodule, die ihr für einen erfolgreichen Abschluss absolvieren müsst.

Mit den angebotenen Wahlmodulen könnt ihr euch zusätzlich vertiefendes Wissen aneignen.

Wenn euer gewünschter Studiengang einen Wahlpflichtbereich aufweist, bedeutet es, dass ihr im entsprechenden Semester eine vorgegebene Anzahl an Modulen absolvieren müsst. Die entsprechenden Module könnt ihr aus den jeweiligen Wahlmodulen aber selbst wählen.

Hier findet ihr einen Auszug aus möglichen Modulen, die euch erwarten können:

Pflichtmodule

  • Grundlagen der Meeresbiologie
  • Lebensraum Meer
  • Biologische Ozeanografie
  • Meereschemie und Meeresgeochemie
  • Marine Geowissenschaften
  • Marine Stoffkreisläufe
  • Marine Mikrobiologie
  • Regionale marine Ökologie
  • Ökophysiologie
  • Molekulare Systematik
  • Meeres- und Naturschutz
  • Datenanalyse und Modellierung
  • Wissenschaftliche Kommunikation

Wahlmodule

  • Meeresbotanik
  • Phykologie
  • Marine Biodiversität und Nahrungsnetze
  • Meereszoologie
  • Marine Wirbellose
  • Meeressäugetiere
  • Marine Ökosysteme
  • Küstenökologie
  • Lebensraum Wattenmeer
  • Tropenökologie
  • Polarökologie
  • Meeresverschmutzung
  • Umweltpolitik und -management
  • Küstenplanung und -management
  • Fischereiwissenschaften
  • Aquakulturen
  • Management mariner Ressourcen
  • Marine Biotechnologie
  • Biostatistik
  • Grundlagen wissenschaftlichen Tauchens
Studiengänge in Deutschland

Meeresbiologie im Masterstudium

Meeresbiologie ist in Deutschland kein einheitlicher Studiengang. Daher kann das Angebot an entsprechenden Studiengängen und deren Bezeichnungen auf den ersten Blick unübersichtlich wirken. Deutschlandweit gibt es nur zwei Studiengänge, die den Titel Meeresbiologie tragen, einer davon ist englischsprachig. Die weiteren Studiengänge sind in der Fachrichtung Meereswissenschaften angesiedelt und setzen andere Schwerpunkte.

Meeresbiologie

Universität Rostock


  • Sprache: Deutsch
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Studienbeginn: Wintersemester (zum 01.10)
  • Studiengebühren: 340 € pro Semester
  • Kooperation: Leibnitz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)
  • Abschluss: Master of Science (M. Sc.)
Logo der Universität Bremen

Marine Biology

Universität Bremen


  • Sprache: Englisch
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Studienbeginn: Wintersemester (zum 01.10)
  • Kooperationen: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Leibnitz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI), Thünen Institut für Seefischerei und Fischereiökologie in Bremerhaven
  • Abschluss: Master of Science (M. Sc.)
Logo der Uni Kiel

Biological Oceanography

Universität Kiel


  • Sprache: Englisch
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Studienbeginn: Wintersemester (zum 01.10)
  • Kooperation: GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
  • Abschluss: Master of Science (M. Sc.)
Logo der Universität Bremen

Marine Microbiology

Universität Bremen


  • Sprache: Englisch
  • Regelstudienzeit 3 Semester („Fast-Track-Programm“)
  • Studienbeginn: Wintersemester (zum 01.10)
  • Kooperationen: Jacobs University Bremen, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Leibnitz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) und Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI)
  • Abschluss: Master of Science (M. Sc.)
Logo der Universität Hamburg

Marine Ecosystem and Fisheries Sciences

Universität Hamburg


  • Sprache: Englisch
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Studienbeginn: Wintersemester (zum 01.10)
  • Kooperationen: unbekannt
  • Abschluss: Master of Science (M. Sc.)

Marine Umweltwissenschaften

Universität Oldenburg


  • Sprache Deutsch (Unterricht teilweise auf Englisch)
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Studienbeginn: Wintersemester (zum 01.10)
  • Kooperation: Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM)
  • Abschluss: Master of Science (M. Sc.)
Finanzielles

Studienkosten

Die Kosten für ein Studium in Deutschland variieren je nach Universität und Studiengang, können aber in etwa wie folgt zusammengefasst werden:

Finanzielle Unterstützung

In Deutschland gibt es zahlreiche Stipendien und finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten (wie z. B. BaföG) für Studierende, um die Kosten für das Studium zu reduzieren oder vollständig zu decken. Informiere dich am besten frühzeitig über deine Optionen und beachte die vorgegebenen Bewerbungsfristen.

Nach dem Studium

Karrieremöglichkeiten

Meeresbiologie ist ein interdisziplinäres Arbeitsfeld mit spannenden Aufgaben. Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium stehen dir deshalb eine Vielzahl von Karrieremöglichkeiten in verschiedenen Branchen offen.

Vier Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut betreiben Feldarbeit im Eis
Feldarbeit im Eis © Alfred-Wegener Institut / Lianna Nixon via AWI Mediathek

Abhängig von deinen Interessen und Fähigkeiten kannst du dich in einem der folgenden Bereiche spezialisieren:

  • Universitäten oder Forschungsinstitute: In der Wissenschaft und Forschung
  • Ämter und Regierung: Im Umweltmanagement, der Umweltplanung und Überwachung mariner Ressourcen
  • Naturschutz und Umweltorganisationen: Im Umweltschutz und der Entwicklung von Programmen zum Erhalt der Meere
  • Museen und Pressestellen: In der Umweltbildung oder dem Wissenschaftsjournalismus
  • Wirtschaft und Industrie: In der Produkt- und Verfahrensentwicklung
  • Aquarien und Tierparks: In der Aquaristik und der Tierpflege
  • Ökotourismus: In der Leitung wissenschaftlicher Tauchkurse, Whale Watching Touren oder Führungen durch das Wattenmeer

Die Einstiegsgehälter können je nach Bereich und entsprechender Tätigkeit stark variieren und liegen zu Beginn bei etwa 2.200,00 bis 4.000,00 Euro Brutto im Monat.

Alternativer Einstieg

Ausbildung statt Studium

Du möchtest gerne im Bereich der Meeresbiologie arbeiten, suchst aber eine Alternative zum Studium? Vielleicht wäre der Quereinstieg durch eine Ausbildung der passende Weg für dich.

Tierpfleger in der Aquaristik füttert Rochen
Tierpfleger bei der Rochenfütterung © David Clode via Unsplash

Es gibt in Deutschland zahlreiche Ausbildungsberufe, die dich in den Bereichen der Meeresforschung, Meerestechnik oder Umweltberatung tätig werden lassen. Hier sind einige Beispiele:

  • Ausbildung Biologielaborant/in
  • Ausbildung Biologisch-Technische/r Assistent/in
  • Ausbildung Fischwirt/in
  • Ausbildung Forschungstaucher/in
  • Ausbildung Tierpfleger/in in der Aquaristik
  • Ausbildung Umwelttechnische/r Assistent/in
  • Ausbildung Umweltschutztechniker/in
  • Ausbildung Wasserbauer/in
FAQs

Häufig gestellte Fragen

Ja und nein. Falls Mathematik nicht zu deinen Stärken zählt, solltest du allerdings nicht verzweifeln.

Den größten Stellenwert nimmt Mathematik in den ersten drei Semestern des Biologie-Studiums ein. Hier wird dir neben den theoretischen Grundlagen der Mathematik auch vertiefendes Wissen vermittelt. Im Anschluss richtet sich der Fokus wieder mehr auf die Biologie und ihre Teildisziplinen.

Im weiterführenden Meeresbiologie-Studium spielt Mathematik eher eine untergeordnete Rolle. Zwar zeichnet sich der Studiengang durch seine hohe Praxisorientierung und Tätigkeiten im Labor aus, aber die Arbeit und Berechnungen werden meist am oder mithilfe von Computern durchgeführt.

Nein, Meeresbiologie wird in Deutschland aktuell nicht als Fernstudiengang angeboten.

Da das Studium einen starken Fokus auf Praxisarbeit im Labor und im Feld setzt, ist ein Fernstudium zum aktuellen Zeitpunkt leider nicht möglich. In den meisten meereswissenschaftlichen Studiengängen gibt es außerdem eine Anwesenheitspflicht für Veranstaltungen, die recht streng genommen wird.

Im internationalen Raum hingegen werden ein paar wenige Fernstudiengänge im Bereich der Meeresbiologie oder anderer Meereswissenschaften angeboten. Als Zugangsvoraussetzung gilt jedoch stets ein abgeschlossenes Bachelor-Studium im naturwissenschaftlichen Bereich.

Nein, tauchen zu können ist keine Voraussetzung, um dein Studium erfolgreich abzuschließen.

Es gibt zwar Exkursionen an die Nord- und Ostseeküste (gelegentlich auch an das Mittelmeer), aber die praktische Arbeit findet im Studium meist nicht direkt im Meer statt, sondern am Meer und im Labor.

Allerdings gibt es häufig Möglichkeiten, das Tauchen über Spezifikationen innerhalb deines Studiums zu erlernen und einen Tauchschein zu erwerben.

Du hast noch weitere Fragen zum Meeresbiologie-Studium in Deutschland? Schreib mir gerne, hier gehts zum Kontaktformular.

Weitere Ressourcen

Richtig gute Bücher

Wenn du vorab mehr über marine Lebensformen, Ökosysteme und den Umweltschutz erfahren möchtest, sind hier ein paar richtig gute Buchempfehlungen für dich: